Verbändebriefe zur Revision der Aarhus-Verordnung (Verordnung 1367/2006)

6. April 2021

Bei der Abstimmung im Umweltausschuss Mitte April 2021 steht viel auf dem Spiel – auch wenn es bei den prozessrechtlichen Themen vielleicht nicht immer auf der Hand liegt. Hier geht es um die Handlungsmöglichkeiten der Verbände, um die Umsetzung der Umweltgesetze – und um Rechtsstaatlichkeit.

Die EU kann nur dann für sich in Anspruch nehmen, einen hohen Umweltschutzstandard zu gewährleisten, wenn dieser auch tatsächlich umgesetzt wird und nicht nur auf dem Papier steht. Dafür brauchen wir auch eine Überprüfbarkeit der Umsetzung vor Gericht durch Verbände und Einzelpersonen. Die Aarhus-Konvention von 1998 schreibt dies eindeutig vor. Die EU hat aber den Zugang zu Gerichten bislang nicht befriedigend umgesetzt – obwohl sie seit 2005 Vertragspartei der Konvention ist und obwohl sie ihre eigenen Mitgliedsstaaten ihrerseits oft daran erinnert. Das unabhängige Aarhus-Komitee hat in ACCC/C/2008/32 (Teil II) bestätigt, dass die EU den internationalen Vertrag verletzt – seitdem wurde das EU-Recht aber nicht angepasst.

GLI hat daher gemeinsame Briefe der großen deutschen Umweltverbände initiiert und an die EU-Parlamentarier und die Bundesumweltministerin versandt.

Verbändeappell zum Klimaschutzgesetz

16. März 2021

Wir fordern die Nachbesserung des Klimaschutzgesetzes, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen – zusammen mit der Klima-Allianz und einem großen Bündnis.

Mit dem Klimaschutzgesetz sind die deutschen Klimaschutzziele insgesamt und für alle Sektoren erstmals gesetzlich fixiert. Das war und ist ein großer Schritt zu mehr Verbindlichkeit im Klimaschutz. In diesem Jahr muss die Bundesregierung erstmals ihren Fortschritt bei der Treibhausgasreduktion an den jährlichen Vorgaben im Verkehrs-, Industrie-, Landwirtschafts-, Gebäude- und Energiesektor messen und nachsteuern, wenn die Vorgaben nicht erreicht werden.

Das Klimaschutzgesetz und das darin verankerte Reduktionsziel für das Jahr 2030 von minus 55 Prozent sind jedoch veraltet und stehen nicht im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und der Europäischen Union. Deutschland leistet mit den gegenwärtigen Klimaschutzzielen keinen fairen Beitrag zur Bewältigung der weltweiten Klimakrise, die zunehmend Armut, Hunger und Ungerechtigkeit insbesondere im Globalen Süden verschärft.

Stellungnahme zum Planungssicherstellungsgesetz

1. März 2021

Erörterungstermine sind das Herzstück der Öffentlichkeitsbeteiligung in Planungsverfahren für Infrastrukturmaßnahmen. Das Planungssicherstellungsgesetz erlaubt, sie durch schriftliche Online-Konsultationen zu ersetzen. Video-Konferenzen sind nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Wir sind in Sorge darüber, dass auf diese Weise keine angemessene Öffentlichkeitsbeteiligung stattfindet und sich solche Formate verstetigen. Im neuen Planungssicherstellungsgesetz ist deshalb eine Stufung wichtig: Erörterungstermine sollten möglichst in Präsenz stattfinden. Nur wenn das nicht geht, sollte eine Videokonferenz (ohne Zustimmungserfordernis!) anberaumt werden. In ganz seltenen Fällen – und nicht in der Regel wie im letzten Jahr – kann es eine schriftliche Online-Konsultation geben, die allerdings die vielen wichtigen Vorteile des langjährig erprobten Erörterungstermins – insbesondere den Dialog – vermissen lässt. Außerdem muss es eine professionelle Begleitung und Evaluation geben.

Gemeinsam mit den Deutschen Naturschutzring, der Deutschen Umwelthilfe und dem UfU-Institut fordert Green Legal Impact in seiner Stellungnahme, dass das zu verlängernde Planungssicherstellungsgesetz nicht nur verlängert, sondern auch weiterentwickelt wird.