UN-Vollversammlung stimmt für Resolution für ein Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt

28. Juli 2022: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat für eine Resolution gestimmt, in der das Recht auf eine gesunde, saubere und nachhaltige Umwelt als eigenständiges Menschenrecht anerkannt wird. Die Resolution ist zwar nicht rechtsverbindlich; es bleibt aber zu hoffen, dass sie mehr Staaten dazu veranlassen wird, das Recht auf eine gesunde Umwelt anzuerkennen und in ihren Verfassungen und in internationalen Abkommen zu verankern. Außerdem kann die Resolution allen, die sich für eine gesunde Umwelt – nicht nur für Menschen – einsetzen, als ein weiteres Argument dienen, wenn sie gegen umweltschädigende Projekte und Praktiken vorgehen.

Staaten, internationale Organisationen, Unternehmen und andere Beteiligte werden ausdrücklich dazu aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um die internationale Zusammenarbeit zu verbessern, Kapazitäten auszubauen und Lösungsansätze miteinander zu teilen, um so die Bemühungen für eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt zu verstärken.

Die Resolution erkennt an, dass zahlreiche menschliche Verhaltensweisen die Wahrnehmung des Rechts auf eine gesunde Umwelt beeinträchtigen: Die nicht nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung natürlicher Ressourcen, die Verschmutzung von Luft, Boden und Wasser, die unsachgemäße Handhabung von Chemikalien und Abfällen, nicht zuletzt die Auswirkungen des Klimawandels, und der aus alledem resultierende Verlust an biologischer Vielfalt. Umweltschäden haben sowohl direkte als auch indirekte negative Auswirkungen auf die tatsächliche Wahrnehmung aller Menschenrechte.

Eingebracht hatten den Text ursprünglich Costa Rica, die Malediven, Marokko, Slowenien und die Schweiz und über 100 weitere Staaten unterstützten den Vorschlag. Der Annahme der Resolution geht die jahrzehntelange Arbeit vieler Nichtregierungsorganisationen und Staaten voran. Im Herbst letzten Jahres hatte bereits der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen das Recht auf eine gesunde Umwelt anerkannt und die Generalversammlung aufgefordert, sich dem anzuschließen.